Leitzins bleibt bei Null Prozent

Leitzinssatz: Historisches Tief seit einem Jahr

Laut der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) von heute wird der Leitzins bei 0,00 sowie der Einlagenzinssatz der Banken bei minus 0,40 Prozentpunkten belassen. Diese Mitteilung wurde von der Notenbank am Donnerstag in der Mainmetropole Frankfurt veröffentlicht.

Entscheidung der EZB steht fest

Entgegen den Mutmaßungen vieler Wirtschaftsjournale bleibt der EZB-Leitzins unverändert auf dem aktuellen Niveau bestehen. Im März 2016 hatte die EZB den Leitzins auf den Tiefstand von sagenhaften 0,00 Prozent gesenkt. Das war ein historisches Tief. Denn bei einem Rückblick auf die letzten 20 Jahre der Entwicklung des Leitzinssatzes gab es zwar stets starke Schwankungen, jedoch durchbrach der Zinssatz erst in den letzten Jahren immer häufiger die ein Prozent Marke. Auch bei der aktuellen Entscheidung beließen die Notenbanker den Zinssatz für die sogenannte ‚Spitzenrefinanzierungsfazilität‘ bei unveränderten 0,25 Prozent. Dieser Zinssatz legt fest, zu welchen Konditionen Kredithäuser Geld bei den Noten- und Zentralbanken leihen können.

Was geschieht bei einer Leitzinssenkung?

Die Noten- sowie Zentralbanken erhalten durch eine Erhöhung oder Absenkung des Zinsniveaus einen erheblichen Einfluss auf den Geldmarkt sowie die Zinsentwicklung im Allgemeinen. Bei der Entscheidung der EZB über das Niveau des Leitzinses wird immer darauf geachtet, die Inflationsrate in einem annehmbaren Bereich zu halten. Ein weiteres Ziel ist es, ein stabiles Preisniveau zu schaffen. Durch die Manipulation des Leitzinssatzes kann die EZB direkten Einfluss auf wirtschaftliche Ereignisse nehmen. Die Europäische Zentralbank hat es sich jedoch zur Aufgabe gemacht, die Wertstabilität des Geldes zu erhalten oder herbeizuführen.

Welche Folgen hat das Geschehen in Frankfurt für die Verbraucher?

Laut Aussage des EZB-Rates ist auch in der Zukunft nicht von einer Erhöhung des Leitzinssatzes auszugehen. Die EZB-Leitzinsen werden vielmehr für längere Zeit auf dem aktuell festgelegten Stand bleiben. Das wurde von der Notenbank heute zusätzlich mitgeteilt. Doch was bedeutet das für die Verbraucher? Mit großen Veränderungen ist nicht zu rechnen. Denn Zinsen für Baukredite oder Sparguthaben ändern sich ohnehin nicht so rasch, wie viele Verbraucher vermuten. Ein Automatismus zwischen dem Leitzinssatz sowie den Zinsen, die Verbraucher aufwenden müssen, sei nicht ersichtlich, das gab der Chefvolkswirt bei der ING-Diba Carsten Brzeski, gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bereits im letzten Jahr bekannt. Doch sei ein Trend absehbar, der für Sparer eher ungünstige Voraussetzungen schaffe. Jedoch könnten Kredite noch billiger als bisher werden. Auf die Frage nach der Wahrscheinlichkeit der Erhebung von negativen Zinsen auf Sparkonten äußerte er sich eher verhalten. Er ist der Ansicht, dass ein solches Vorgehen Kunden eher davon abhalte zu sparen. Der Bank Ökonom gab zu bedenken, dass in den Kreditverträgen versteckte Kosten zu finden sein könnten.

Fazit

Sparer werden weiterhin nach guten Konditionen für ihre Geldanlagen suchen müssen. Da bieten sich jedoch derzeit einige gute Alternativen an: Beispielsweise kann das Geld bei einem der zahlreichen Start-up-Portale an Privatleute zu einem guten Zinssatz investiert werden. Auch der Aktienmarkt ist interessant für längerfristige Investitionen mit guten Aussichten auf eine satte Rendite. Bei den Bankkonten ist aktuell mit einer Erhöhung von Bankgebühren zu rechnen. Ein Vergleich lohnt sich. Denn es gibt auch andererseits einige gute Bankhäuser, die sich mehr Kundenfreundlichkeit und günstige Konditionen auf die Fahnen geschrieben haben.

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